Traumdeutung

Deuten Sie Ihre Träume

Traumdeutung

Wir träumen in jeder Nacht und jeder Traum hat eine andere Wirkung auf uns, die Inhalt der Traumdeutung sein kann. Oft erinnern wir uns nicht bewusst daran, was wir geträumt haben, und manche Leute behaupten sogar, sie würden nicht träumen. Aber das gibt es nicht. Während der Nacht arbeitet jeder seine Erlebnisse auf, selbst solche die schon viele Jahre in der Vergangenheit liegen. Manche Träume ergeben einen Sinn und andere können wir uns überhaupt nicht erklären. Gerade das ist der Grund, warum sich Psychiater, Psychotherapeuten und viele andere Fachleute auf diesem Gebiet mit der Traumdeutung befassen.

Der wissenschaftliche Name der Traumdeutung lautet Oneirologie und leitet sich von dem griechischen Wort „oneiros“ ab, das in deutscher Sprache „der Traum“ bedeutet. Traumdeutung ist nach der wissenschaftlichen Erklärung eine Interpretation all dessen, was wir im Traum erleben, der Bilder, die wir sehen, unserer Gefühle während des Traums und aller Handlungen, die darin stattfinden. Bis heute konnten sich die verschiedenen Fachleute nicht darüber einig werden, welche Funktion unsere Träume und damit die Traumdeutung tatsächlich haben. Daher gibt es verschiedene Auffassungen über den Sinn des Traums an sich und mehrere Ansätze zur Deutung dessen, was wir im Traum erleben.

Genau genommen haben wir in jeder Nacht unterschiedliche Traumphasen und nicht jede ist für die Traumdeutung gleich bedeutend. In der frühen Schlafphase werden fast immer die Ereignisse des letzten Tages verarbeitet. Danach fallen wir in die verschiedenen Phasen des paradoxen Schlafstadiums. Träume, die in diesem Stadium stattfinden, bieten ein großes Betätigungsfeld für die Traumdeutung. Während des stark emotionalen und intensiven, paradoxen Schlafstadiums wechseln sich die sogenannten REM-Phasen mit NON-REM-Phasen ab. REM-Phasen, so bezeichnet die Traumdeutung Schlafzustände, in denen wir unsere Augenlider bewegen, es sind die Rapid Eye Movement-Phasen, während in den NON-REM-Phasen schwächere und ruhigere Träume den Schlaf dominieren.

Besonders die Psychoanalyse und die Psychotherapie befassen sich mit der Traumdeutung, weil man sich davon verspricht, auf diesem Wege in die Tiefe der menschlichen Psyche eindringen, Ursachen für bestimmte Verhaltensweisen oder auch für psychische Erkrankungen zu finden. Die Traumdeutung bedient sich verschiedener Symbole, denen eine besondere Bedeutung zugeschrieben wird. Diese Symbole tauchen immer wieder in Träumen auf, und zwar nicht nur bei einzelnen Menschen, sondern bei vielen.

Man liest häufig in Zeitschriften und Büchern über die Bedeutung von Träumen, die wohl fast jeder Mensch schon einmal hatte. Es sind typische Träume, die in der Traumdeutung mit Ängsten und Zwängen verbunden werden. So wird zum Beispiel ein Traum, in dem Zahnausfall die Hauptrolle spielt, so gedeutet, dass die betroffene Person stark emotional erregbar ist und über ein mangelndes Selbstbewusstsein verfügt, so dass sie ihre Persönlichkeit nicht frei entfalten kann. Viele Menschen träumen, plötzlich nackt in der Öffentlichkeit dazustehen. Die Traumdeutung interpretiert auch diesen Traum mit mangelndem Selbstbewusstsein. Aber Menschen, die dieser Traum quält, können auch einen außergewöhnlichen Wert auf die Meinung anderer legen oder in der Überzeugung, anders als andere zu sein, leben.

Wer im Traum fliegt, will sich den herrschenden Auffassungen der Traumdeutung zufolge von Zwängen befreien und die Angst vor der Zukunft oder eine emotionale Leere ist der Hintergrund eines Traums, in dem der Träumende in die Leere oder von einer Treppe fällt. Wer im Traum verfolgt wird, fürchtet sich vor der Zukunft oder vor einer anderen Person. Manche Menschen träumen vom Tod. Die Traumdeutung interpretiert diesen Traum als einen Neuanfang oder eine Art Wiedergeburt.

Wie diese Beispiele zeigen, kann die Traumdeutung sehr allgemein und global ausgeprägt sein. Viele Menschen haben ähnliche Emotionen und Ängste, so dass eine solche pauschalierte Traumdeutung durchaus zutreffend sein kann.

Die allgemeine Traumdeutung richtet sich nach vielen solcher Symbole und es besteht nicht immer Einigkeit darüber, ob sie tatsächlich immer dieselbe Bedeutung haben. Jeder Mensch ist ein Individuum, das trifft ganz besonders auf seine Psyche zu. Daher kann es durchaus möglich sein, dass ein Traum von ausfallenden Zähnen oder Nacktheit in der Öffentlichkeit bei unterschiedlichen Menschen auch eine andere Traumdeutung haben kann. Studien haben jedoch belegt, dass viele dieser Symbole sich häufig unter denselben Umständen finden.

Viele Menschen erleben immer wieder denselben Traum. Für die Traumdeutung ist das ein wichtiges Zeichen dafür, dass die Person sich gerade in einer Krise befindet oder unter einer inneren Blockade leidet. Derartige Träume finden ein Ende, sobald die Krise oder Blockade durchlebt ist. Wer regelmäßig erotische Träume mit erlebtem Geschlechtsverkehr hat, leidet nach der herrschenden Auffassung der Traumdeutung unter einer unbefriedigten Sexualität. Erotische Träume, aber in denen es vorwiegend um Themen wie Flirten, Küssen oder das Kennenlernen neuer Partner geht, zeigen, dass der Träumende in Harmonie mit seinen Mitmenschen lebt.

Ein besonderes Gebiet der Traumdeutung sind die prophetischen Träume. In diesen Träumen erleben wir bestimmte Vorahnungen. Sie sorgen vielleicht dafür, dass wir manchmal im Alltag das Gefühl eines Déjà-vu-Erlebnisses haben. Studien der Traumdeutung zufolge sollen mehr als die Hälfte aller Vorahnungen bereits geträumt worden sein. Inwieweit solche Träume tatsächlich einen realen Hintergrund haben, darüber sind sich Traumdeuter und Psychiater nach wie vor uneinig.

Träume, die für die Traumdeutung wichtig sind, uns aber alle wohl am meisten beschäftigen, sind Alpträume. Sie hinterlassen einen bleibenden Eindruck und sind wohl auch die Träume, an die wir uns meistens erinnern. Und nicht nur das, sondern wir denken darüber nach und fragen uns, was uns wohl zu diesem Traum bewogen haben mag. Oft lässt sich auch ein direkter Bezug feststellen und kann dazu führen, dass über Probleme Klarheit geschaffen wird. Aber ein solcher Traum kann auch Verwirrung stiften und die Traumdeutung erschweren.

Traumdeutung ist wohl schon so lange ein Thema in der Menschheitsgeschichte, wie es Menschen gibt. Bereits aus der Antike ist überliefert, dass die Traumdeutung als wichtige Grundlage für Weissagungen gewertet wurde. Man bewertete zu dieser Zeit jeden Traum als eine Art Prophezeiung. Neben den berühmten griechischen Philosophen Aristoteles und Platon war es Artemidor von Daldis, der ein Traumbuch unter dem Titel „Oneirokritika“ veröffentlichte, in dem Träume gedeutet und mit Weissagungen in Verbindung gebracht wurden. Dieser Zusammenhang zwischen Traumdeutung  und Wahrsagerei wird als Oneiromantie bezeichnet.

Unter Klarträumen versteht die Traumdeutung solche Träume, in denen man sich dessen bewusst ist, dass man sich in einem Traum befindet. Die Tatsache, dass so etwas möglich ist, deutet darauf hin, dass wir vielleicht sogar unsere Träume kontrollieren können. Erste Veröffentlichungen in Bezug auf die Traumdeutung von Klarträumen gab der französische Traumforscher Marquis d’Hervey-Saint-Denys im Jahr 1867 heraus. Andere Wissenschaftler widersprachen der Theorie, dass es sich dabei überhaupt um wahre Träume handelte und machten sie nicht zum Inhalt der Traumdeutung. Fast vierzig Jahre später führte der Niederländer Frederik Willems van Eeden ein Traumtagebuch, das ihm dazu verhalf, seine Träume zu kontrollieren. Er zeichnete seine Erlebnisse aus 352 Klarträumen auf und sorgte dafür, dass diese Theorie erstmals anerkannt wurde. Erst im Jahr 1968 wurde die Wissenschaft der Traumdeutung wieder auf dieses Gebiet aufmerksam.

Dennoch gibt es immer wieder große Zweifel an der Theorie  und damit auch an der Traumdeutung der Klarträume. Mit Hilfe des Einsatzes der EEG- und EOG-Technik wurde schließlich bewiesen, dass es sich auch bei Klarträumen um wirkliche Träume handelte. Man stellte fest, dass die Augenbewegungen auch in Klarträumen willkürlich waren, wie in jedem unbewussten Traum.

Der Wahrtraum ist ein echter Traum, hat aber keine Bedeutung für die Traumdeutung, denn er hat  einen so starken realen Bezug, dass er nicht gedeutet werden muss. Eine besondere Form des Wahrtraums ist der telepathische Traum. In ihm erlebt der Träumende etwas, das an einem ganz anderen Ort tatsächlich geschieht. Derartige Träume hat es schon mehrfach in der Welt gegeben, ihre Ursachen sind jedoch nicht erforscht. Insofern bedarf auch ein Wahrtraum einer Traumdeutung, denn es stellt sich die Frage, wie es zu einem solchen telepathischen Traum kommen kann. Der Wahrtraum kann aber auch prospektiv oder retrospektiv sein. Der retrospektive Traum verarbeitet tatsächlich nur Dinge, die bereits erlebt wurden. Anders aber zeigt der prospektive Traum Geschehnisse, die noch in der Zukunft liegen und daher durchaus einer Traumdeutung bedürfen.

Der Traumdeutung widmete sich auch der Erfinder der Psychoanalyse, Sigmund Freud. Er bezog die Traumdeutung in seine psychoanalytischen Betrachtungen ein. Psychotherapeutische Ansätze der Traumdeutung sind die Gestalttherapie, die Daseinsanalyse, die klientenzentrierte Psychotherapie und das Focusing. Die Gestalttherapie geht in ihrer Traumdeutung davon aus, dass jeder Traum eine Botschaft enthält. Im Rahmen der Therapie werden dem Träumenden Szenen seines Traumes bewusst und er kann Personen und Handlungen aus seiner alltäglichen Umwelt darin erkennen.

Die Daseinsanalyse vollzieht die Traumdeutung, indem sie den Traum neben den Wachzustand stellt und nur als eine andere Form des Lebens ansieht. Im Traum erscheinen nach dieser Lehre nur solche Situationen, die der aktuellen Stimmungslage entsprechen. Traumdeutung im Rahmen der Daseinsanalyse sucht keinen Sinn in einem Traum, sondern geht davon aus, dass dem Träumenden lediglich Klarheit über sein eigenes Dasein verschafft wird. Gleichzeitig werden Traumgeschehen und das Verhalten sowie die Emotionen des Träumenden miteinander in Beziehung gesetzt. Anders ist die Betrachtungsweise in der klientenzentrierten Psychotherapie. Diese Form der Traumdeutung geht davon aus, dass anhand der Traumstimmung und der Wahrnehmung des Traums durch den Träumer seine innere Kraft und Chancen der Selbstverwirklichung erkennbar werden. Das Focusing hingegen deutet den Traum als einen Teil der Persönlichkeit, der vom Bewusstsein abgetrennt ist. Diese Lehre bezieht die körperlichen Reaktionen auf das Traumerlebnis in die Traumdeutung mit ein. Im Wachzustand wird die betroffene Person erneut mit dem Traumerlebnis konfrontiert und dabei werden gleichzeitig die körperlichen Reaktionen gemessen.